Autor Thema: Warum 50+1 fallen muss!  (Gelesen 1713 mal)

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Offline Conjúlio

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Warum 50+1 fallen muss!
« am: Sonntag, 18.Sep.2016, 09:44:25 »
Eigentlich war ich bisher ein strikter Verfechter der traditionellen Trennung von Verein und "Business", jedoch ist es nun an der Zeit eine Entscheidung zu treffen, die auch im deutschen Fußball längst überfällig ist:


50+1 muss abgeschafft werden und zwar sofort!  :?


Warum?


Schaut man sich die Zusammensetzung der Bundesliga an so erkennt man, dass "Vereine" wie RedBull Leipzig, Wolfsburg, Hopp oder die Pillen auf einem wirtschaftlichen Level spielen, bei denen die Kategorie 1. FC Köln nie mehr wird mithalten können. Auch ein kurzfristiger Anlauf wie bei den Gladbacher wird sich über kurz oder lang nicht im oberen Drittel auszahlen, da die Finanzkraft und Fehlertoleranz bei den "Werksvereinen" einfach auf einem lächerlich unbedeutenden Niveau sind.

Die Frage ist doch nun was wir als Fans und Konsumenten (ja, Fußball ist mittlerweile Konsum) wollen? Ich würde am liebsten sehen, dass Modelle wie Leipzig und Wob wegen ihrer Wettbewerbsverzerrung (nichts anderes ist es!) verboten werden. Natürlich wird dies niemals so kommen, da DFL/DFB mit dem Geld der einflussreichen Gönner ihre schmierigen Geschäfte finanzieren.

Es kann deswegen nur den Weg der Waffengleichheit geben. 50+1 ist tot!

Beim Gedanken an einen großen Investor beim FC bekomme ich Bauchschmerzen en masse aber das ist die Zukunft. Ich kotze, wenn ich derzeit diese RedBull Arien lesen muss und NIEMAND von dieser DRECKS Presse auch nur hinterfragt, warum ein Aufsteiger über 50 Mio. € für Neuzugänge investieren kann. Konnte Darmstadt das auch? Oder Paderborn? Oder Braunschweig? Oder Freiburg?

Es ist an der Zeit Farbe zu bekennen und entweder man lässt 50+1 offiziell fallen oder die Liga wird zum Tummelplatz einiger weniger privilegierter Konzerne und des FC Bayern.

Adieu schöne Fußballzeit - zum Glück konnte ich ein wenig davon aufsaugen! :verysad:
- Kutten raus aus Oberrang Nord -

Offline Kopfschmerztablette

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #1 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 10:02:23 »
Magst du mir vielleicht erklären, wo "Hoffe" dem FC überlegen ist? Das war vielleicht vor 5 Jahren so, aber mittlerweile:
Hoffe hatte gestern 22.000 Zuschauer, der Merchandising-Umsatz liegt unter 10% dessen vom FC, die TSG macht seit bundesligazugheörigkeit jedes Jahr Verluste in zweistelliger Millionenhöhe und das Eigenkapital ist von ursprünglich 350 Mio. (2008) auf unter 90 (2014) gefallen.


Ich weiß, dass das VW & Bayer nie passieren wird. Aber auch diese beiden Vereine haben doch kaum was gerissen bekommen. WOB war mal Meister & Pokalsieger, aber sonst? Die schmieren doch auch Jahr für Jahr ab.


Bei RBS siehst du ganz gut, was passiert, wenn der Konzern dann andere Ziele hat. Der HSV investiert Jahr für Jahr Millionen und kackt trotzdem ab. Herzlichen Dank, ich verzichte beim FC auf jeglichen Investor. Lieber steig ich ab und spiel mit Stuttgart, Karlsruhe und Düsseldorf in einer Liga als 5 Jahre durch einen Investor nach Mailand, London oder Prag zu fliegen um dann in der Versenkung zu verschwinden.

Offline john doe

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #2 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 10:14:08 »
jo so ein toller investor von einem indischen milliardär, der beim fc einsteigt wird klasse. dann wird der geißbock in eine kuh oder elefanten und die vereinsfarben in grün, rot gelb umgewandelt. es wird alles super.

Offline CitizenK

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #3 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 10:40:20 »
Vorgeschriebenes Budget Limit für alle Vereine der Liga gleich und fertig. Dann kann sich ein Hoffenheim noch immer nur mit Sponsoren halten, aber wer will denn da freiwillig hin, wenn sie nicht mehr mehr zahlen als alle anderen auch? Und 50+1 wird dann ebenfalls unnötig, da die Traditionsvereine auch so bereits das Limit ausschöpfen können. Warum sollten sie sich dann Geldgeber ins Haus holen, von denen sie gar nichts haben?
I freed a thousand slaves. I could have freed a thousand more if only they knew they were slaves.
 -- Harriet Tubman

Offline KHHeddergott

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #4 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 10:53:08 »
Vorgeschriebenes Budget Limit für alle Vereine der Liga gleich und fertig.

Das ginge auf Grund der wirtschaftlichen Bedeutung der CL aber nur UEFA-weit.
Bekanntlich sollte man alles im Leben einmal ausprobieren, außer Inzest und Volkstanz.
Stephen Fry

Offline Povlsen

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #5 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 11:04:02 »
Grundsätzlich gebe ich dem Thread Ersteller recht. Dass LEV und wob zu wenig aus ihren Möglichkeiten machen, ist kein Argument gegen die These, dass diese Lizenznehmer höhere fehlertoleranzen haben. Später mehr dazu.

Offline Conjúlio

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #6 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 11:45:18 »
p.s. Das ist kein Plädoyer für die unbegrenzte Kommerzialisierung des Fußballs, jedoch ist eine sportliche Auseinandersetzung auf Basis unterschiedlicher Wettbewerbsvorraussetzungen einfach nicht mehr spannend.

Man kann die Frage auch anders herum stellen. Wie wäre dieses Entwicklung aktuell "zurückzudrehen"? Wer würde auf die Milliarden verzichten, die im nationalen und internationalen Fußball mittlerweile verdient werden?

Im Endeffekt kann nur der Konsument durch Verzicht am Produkt diese Entwicklung stoppen. Das dies kurz- bis mittelfristig passiert wage ich noch zu bezweifeln. Langfristig aber haben wir eine Chance, denn die EM sowie CL zeigen ja gerade, dass die Gier nach mehr zu einer Übersättigung führt. Bin sehr gespannt wie sich das in 5-10 Jahren auswirken wird.
- Kutten raus aus Oberrang Nord -

Offline Eingang 16

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #7 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 12:40:20 »
Grundsätzlich richtig der Gedankengang, dass eine Wettberwerbsgleichheit herzustellen auf 2 Wegen geht. Einmal die Reduzierung der Gehälter und Budgets der Vereine auf eine Obergrenze, zum zweiten eine Öffnung an Investoren für alle Vereine.
Ersteres wird es wohl nie geben, da sind die Rummenigges und Hoenesse schon dagegen. Zur Not wird da auch der Geld-Kaiser noch seinen Senf dazu geben...
Bleibt also nur der zweite Weg. Wünschenswert ist es nicht, aber man darf nicht die Augen verschliessen. Es gilt die Zukunft weitreichend zu planen, sonst kann man sich gleich aus dem Wettbewerb verabschieden.
Sollte also 50+1 fallen, wäre es überaus wichtig, für diesen Fall ein klares Konzept in der Schublade zu haben, unter welchen Bedingungen der FC einen Investor ins Boot holt.
Mit den entsprechenden Bedingungen würde ich dieser Sache nicht so negativ gegenüberstehen wie viele hier.
Dafür erwarte ich von Vorstandsseite in der nächsten Zeit mal einige Vorschläge, wie beim FC so etwas aussehen könnte. Dann wird man weitersehen.

Offline MG56

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #8 am: Sonntag, 18.Sep.2016, 22:39:49 »
Bevor man da alles über Bord wirft, sollte man an den kleineren Stellschrauben anfangen.
Und da fällt mir sofort die jahrelange krass ungleiche Verteilung der Fernsehgelder zu Gunsten des FCB und zu Lasten der kleineren Vereine auf.
In der PL wird zwar mengenmäßig sehr viel mehr verteilt, dies aber bei weitem ausgeglichener.
Sonst hätte letzte Saison ein Nobody wie Leicester niemals die Meisterschaft gegen die ganzen Geldschrankvereine geholt.
Hier herrscht dringender Änderungsbedarf und hier versucht der FC in der "Gruppe Tradition" ja auch gerade, eine Strukturreform durchzubringen.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung ?

Offline Ted

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #9 am: Montag, 19.Sep.2016, 11:25:50 »
Vorgeschriebenes Budget Limit für alle Vereine der Liga gleich und fertig. Dann kann sich ein Hoffenheim noch immer nur mit Sponsoren halten, aber wer will denn da freiwillig hin, wenn sie nicht mehr mehr zahlen als alle anderen auch?
Daraus entsteht eben auch ein Wettbewerbsnachteil. Den, den wir ja in diesem Thread versuchen, aufzulösen.
Nur sind die Leidtragenden dann nicht mehr die abgerutschten Traditionsclubs, sondern eben die vermeintlichen Kommerzvereine.

Fußball wird weiter kommerzialisiert werden, ob man will oder nicht. Die Frage ist eher, wie weit man das trägt und wann man seine persönliche Grenze zieht.
Der deutsche Fußball hat es m.E. einfach verpasst, rechtzeitig die richtigen Weichen zu legen. Das Modell, das die Bundesliga gerade hat, ist so ziemlich der Worst Case. Wir haben seriös wirtschaftende Vereine, die den Anschluss verlieren und Vereine mit finanzstarken Hintermännern, die die 50+1-Regel geschickt umgehen können. Dabei scheinen die Vereine selbst eher weniger Probleme damit zu haben. Sie hätten RB Steine in den Weg legen können (Logo, Vereinsname), als es von der dritten in die zweite Liga ging.

Bin ganz klar dafür, 50+1 fallen zu lassen.
Wir haben mit Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim und Leipzig schon vier Ausnahmevereine. Demnächst wird auch Hannover dazu kommen, wenn Martin Kinds Firma lange genug im Verein ist.
Hamburg zählt auch mehr und mehr in diese Riege.
Irgendwann sind das dann zuviele. Und dann ist die Regel auch nicht mehr tragbar. Meines Erachtens ist sie das schon seit zwei Jahren nicht mehr.

So oder so, Tradition wird verschwinden. Denn dass sich der Fußball nur um Geld dreht, wird sich nicht mehr ändern.

Offline frankissimo

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #10 am: Montag, 19.Sep.2016, 11:44:28 »
Selten so einen Blödsinn gelesen.

Offline Ted

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #11 am: Montag, 19.Sep.2016, 11:50:55 »
Selten so einen Blödsinn gelesen.
Dein Beitrag? Da stimme ich zu.

Online MichaFC1948

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #12 am: Montag, 19.Sep.2016, 11:53:16 »
Ich weiß nicht, wie es euch ergeht, aber ich empfinde die gegenwärtige Situation im Fußball und bezüglich des FC so, dass es vielleicht die letzten Jahre sind, bevor sich alles ändern wird. Wie es danach weitergeht? Ich weiß es nicht. Vielleicht werde ich mich danach komplett abwenden, wenn ich mich nicht mehr damit identifizieren kann. Und eins weiß ich bereits jetzt genau: einen Investor beim FC würde ich niemals akzeptieren, geschweige denn könnte ich mich mit ihm identifizieren. Ich hoffe, dass wir es noch einmal nach Europa schaffen, bevor in ein paar Jahren vermutlich alles zu Ende ist.
NEIN zu RB!!!

Offline Colt

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #13 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:06:40 »

Ich predige schon seit Jahren, dass 50+1 der größte Mist überhaupt ist und abgeschafft gehört. Man muss einfach kapieren, dass es ohne Geld im Fußball nicht geht und wir nicht mehr in den 80ern leben. Wie soll die BuLi aussehen? Über die Meisterschaft rede ich schon gar nicht mehr. Der dauerhafte Kampf um die CL-Plätze ist für einen Verein wie den FC ohne ein Investor-Modell jedenfalls nicht möglich und für Vereine wie Bremen, Frankfurt oder Hertha auch nicht. Ja, ich weiß - Gladbach schafft es zur Zeit ohne. Aber wie lange noch ?


Ein Investor alleine bringt keinen Erfolg wie der HSV und Hoffenheim eindrucksvoll gezeigt haben. Doch ich will nicht wissen was mit diesen Vereinen passiert wenn die wirklich mal einen guten Manager und passenden Trainer finden sollten. Wer weiß was beim FC möglich wäre wenn sich z.B. ein strategischer Partner finden würde ? Ich jedenfalls habe kein Lust jedes Jahr 40 Punkte als Ziel zu haben und Platz 9 oder 10 zu feiern.


Das Ende der 50+1-Regel würde die Karten neu mischen und für Waffengleichheit sorgen.
Weiterhin blind an dieser Regel festzuhalten und frühere Verhältnisse zu idealisieren ist eine Haltung die ich nur als abgrundtief dumm bezeichnen kann!

Offline Müngersdorf

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #14 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:15:08 »
Ich predige schon seit Jahren, dass 50+1 der größte Mist überhaupt ist und abgeschafft gehört. Man muss einfach kapieren, dass es ohne Geld im Fußball nicht geht und wir nicht mehr in den 80ern leben. Wie soll die BuLi aussehen? Über die Meisterschaft rede ich schon gar nicht mehr. Der dauerhafte Kampf um die CL-Plätze ist für einen Verein wie den FC ohne ein Investor-Modell jedenfalls nicht möglich und für Vereine wie Bremen, Frankfurt oder Hertha auch nicht. Ja, ich weiß - Gladbach schafft es zur Zeit ohne. Aber wie lange noch ?


Ein Investor alleine bringt keinen Erfolg wie der HSV und Hoffenheim eindrucksvoll gezeigt haben. Doch ich will nicht wissen was mit diesen Vereinen passiert wenn die wirklich mal einen guten Manager und passenden Trainer finden sollten. Wer weiß was beim FC möglich wäre wenn sich z.B. ein strategischer Partner finden würde ? Ich jedenfalls habe kein Lust jedes Jahr 40 Punkte als Ziel zu haben und Platz 9 oder 10 zu feiern.


Das Ende der 50+1-Regel würde die Karten neu mischen und für Waffengleichheit sorgen.
Weiterhin blind an dieser Regel festzuhalten und frühere Verhältnisse zu idealisieren ist eine Haltung die ich nur als abgrundtief dumm bezeichnen kann!

Ich verstehe den Gedankengang nicht, dass sich mit dem Fallen der 50+1 Regel die Situation der Vereine ändert.

Wenn alle offen sind für Investoren, müssen am Ende trotzdem 3(2) Mannschaften absteigen, trotzdem kommen "nur" 4 in die CL und 2(3) in die EL.
Man hebt das ganze Gebilde lediglich auf ein höheres finanzielles Niveau.
Ergo: man schmeisst noch mehr Geld zum Fenster raus.
Das Glück ist eine Hure (A.Spooner)

Offline frankissimo

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #15 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:17:27 »
Dein Beitrag? Da stimme ich zu.

Für Konsumenten wie Dich mag das wohl egal sein.
Ich würde eher fordern, dass die 50 % PLUS 1  verteidigt und wieder erweitert wird so wie wir dies bei der Satzung des 1.FC Köln getan haben.
Tradition wird niemals sterben, weil Menschen in ihrer Geschichte und ihren Geschichten leben.
Sorry, wer den Milliardären auch noch den Weg ebnen will, weil dies ja sowieso käme ist für mich kein Partner für eine ernsthafte Diskussion.
Du bist doch nur ein gelangweilter Provokateur.

Offline TT

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #16 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:21:21 »
Das Ende der 50+1-Regel würde die Karten neu mischen und für Waffengleichheit sorgen.
Weiterhin blind an dieser Regel festzuhalten und frühere Verhältnisse zu idealisieren ist eine Haltung die ich nur als abgrundtief dumm bezeichnen kann!

Sehe ich überhaupt nicht so. Wenn jeder Verein einen Investor hat, geht es dann eben darum, wer den potentesten Investor hat. Dann ist Red Bull immer noch reicher als Solarworld / ETL / REWE oder was weiß ich. Dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los.

Meine Lösung: Eine Liga mit Werksvereinen. Dann wären wir die in einem Zug los. :D

Online rusk

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #17 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:31:07 »
Ich verstehe den Gedankengang nicht, dass sich mit dem Fallen der 50+1 Regel die Situation der Vereine ändert.

Wenn alle offen sind für Investoren, müssen am Ende trotzdem 3(2) Mannschaften absteigen, trotzdem kommen "nur" 4 in die CL und 2(3) in die EL.
Man hebt das ganze Gebilde lediglich auf ein höhres finanzielles Niveau.
Ergo: man schmeisst noch mehr Geld zum Fenster raus.
Gehalts- und Ablösedeckelungen würden schon reichen, so daß Spieler bestenfalls wegen der sportlichen Perspektive, der schöneren Stadt oder des lustigeren Trainers wechseln. Aber daran haben die Raffgeier kein Interesse.
"meine Damen und Herren: soeben schellt in Kopenhagen das Telefon!"

Standort Müngersdorf unverhandelbar!

Offline Ted

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #18 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:31:55 »
Für Konsumenten wie Dich mag das wohl egal sein.
Ich würde eher fordern, dass die 50 % PLUS 1  verteidigt und wieder erweitert wird so wie wir dies bei der Satzung des 1.FC Köln getan haben.
Tradition wird niemals sterben, weil Menschen in ihrer Geschichte und ihren Geschichten leben.
Sorry, wer den Milliardären auch noch den Weg ebnen will, weil dies ja sowieso käme ist für mich kein Partner für eine ernsthafte Diskussion.
Du bist doch nur ein gelangweilter Provokateur.
Warum bist du dann überhaupt in diesem Thread,  wenn du die Gegenseite sofort als Provokateur beschimpfst?

In Geschichten lebt man nicht, wenn man dadurch keine Zukunft mehr hat. Aber warum ich erzähle ich das den Ewiggestrigen..

Offline Humorkritik

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #19 am: Montag, 19.Sep.2016, 12:47:02 »
Das eigentliche Problem ist doch nicht die Kommerzialisierung, sondern eine Marktordnung, die wirtschaftliche Erfolge positiv sanktioniert und sportliche bestraft. Natürlich bemisst sich sportlicher Erfolg auch am Tabellenplatz, aber nicht nur. Freiburg oder Mainz halte ich in den letzten 20 Jahren z.B. für sportlich erfolgreicher als die Bayern. Innovativere Spielideen, kreativerer Umgang mit Spielerpotential, Entwicklung von Nachwuchsspielern etc. Dafür werden die aber permanent bestraft, weil man aus finanziellen (nicht aus sportlichen) Gründen die Schlüsselspieler verkaufen muss und dann drei Jahre oder so eine neue Mannschaft entwickeln muss.

Bayern braucht nur punktuell zu ergänzen und kann alle Konkurrenten mit finanziellen Mitteln ausstechen. Dann ist es nicht so rasend schwer, auch oben in der Tabelle zu bleiben, mehr Fernsehgeld in Deutschland und international einzufahren und die wirtschaftliche Substanz weiter zu erhöhen. Für Freiburg ist jedes schlechte Jahr finanziell existenzbedrohend. Daran würde auch ein Investor nichts ändern, zumindest dann, wenn es überall Investoren gäbe. In einer solchen Situation gäbe es allensfalls Inflationseffekte, die in der Regel wiederum eher den Reichen zugute kommen.

Der hochkommerzielle US-Sport hat hingegen andere Mittel gefunden, um sportliche Chancengleichheit herzustellen. Die halte ich zwar nicht für durchweg übertragbar, aber Draft-System und salary cap z.B. sind ganz geeignete Instrumente.

Kurzum: alleine durch das Fallen der toten 50+1-Regel wird sportliche Chancengleichheit nicht herzustellen sein.
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Offline phimosis

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #20 am: Montag, 19.Sep.2016, 13:28:50 »
Ohne das Thema bewerten zu wollen, weil ich beiden Seiten in ihrer Argumentation etwas abgewinnen kann und eher zwischen den Stühlen hänge:

Ich denke, dass die Hoffnung der Befürworter von Investoren sich darin begründet, dass ein "cooler" Verein wie der FC mit einer breiten Basis an Fans sicher interessanter für einen finanzstarken Investor ist, als zum Beispiel Leverkusen oder Wolfsburg. Man erhofft sich vermutlich dadurch die lästigen Vereine, die aus diversen Gründen noch vor dem FC stehen, zu entledigen und sie zu überholen. Das kombiniert mit der Angst, dass gerade RB Leipzip zeigt, dass Geld und gute Arbeit durchaus doch Erfolg bringen können, weckt dann Begehrlichkeiten. Ich kann es sogar nachvollziehen.

Insbesondere weil für meinen 12 Jährigen Sohn Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen ganz normale Fußballvereine sind, der kennt es nicht anders. Und sogar für Redbull konnte er sich direkt am Anfang erwärmen, weil er als FC Fan gewohnt ist zum Underdog zu halten und ihm als Fußball-Fan die frische, unbekümmerte Art der jungen RB-Spieler gefallen hat. Die Hintergründe kann er nicht bewerten und nach ihm wird eine Generation folgen, die erst gar nicht mehr erklärt bekommt, warum RB Wettbewerbsverzerrung ist. Die sind dann auch "einfach da".

Ich denke, dass es einiger Reformen bedarf, um die Schere nicht größer werden zu lassen. Wichtigster Punkt ist für mich das Transfersystem. Ich bin nun kein Experte was das NFL Transfersystem angeht, habe aber mitbekommen, dass Teams, die in der vorherigen Saison eher schlecht unterwegs waren bei neuen Talenten ein Vorkaufsrecht haben. Ich sage nicht, dass man das 1:1 adaptieren kann, aber dort muss das Transfersystem zB zu einer ausgeglicheneren Liga geführt haben, aber das dürfen die NFL Experten hier gerne mal ausführen, ich berufe mich nur auf Hörensagen.

Offline Humorkritik

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #21 am: Montag, 19.Sep.2016, 13:35:26 »
Ich denke, dass es einiger Reformen bedarf, um die Schere nicht größer werden zu lassen. Wichtigster Punkt ist für mich das Transfersystem. Ich bin nun kein Experte was das NFL Transfersystem angeht, habe aber mitbekommen, dass Teams, die in der vorherigen Saison eher schlecht unterwegs waren bei neuen Talenten ein Vorkaufsrecht haben. Ich sage nicht, dass man das 1:1 adaptieren kann, aber dort muss das Transfersystem zB zu einer ausgeglicheneren Liga geführt haben, aber das dürfen die NFL Experten hier gerne mal ausführen, ich berufe mich nur auf Hörensagen.
Das wäre ja das Draft-System. Das kann aber in Europa wohl deshalb nicht funktionieren als hier die Jugendausbildung in Vereinen (bzw. Abteilung der Proficlubs) und nicht in der Schule erfolgt. In den USA kommen über High School und College-Sport jährlich die Talente auf den Markt (und können entsprechend "verteilt" werden), während sie in Europa ja bereits im Ausbildungsverein sind.

Wenn uns noch schlechtere Teams damals Horn oder Gerhardt einfach hätten wegnehmen können, wäre das eher nicht im Sinne eines faireren Wettbewerbs gewesen...
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Offline phimosis

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #22 am: Montag, 19.Sep.2016, 13:43:05 »
Wenn uns noch schlechtere Teams damals Horn oder Gerhardt einfach hätten wegnehmen können, wäre das eher nicht im Sinne eines faireren Wettbewerbs gewesen...

Naja, bei Gerhardt ist uns genau das ja passiert. :)

Aber klar, die Ausbildung ist hier natürlich anders geregelt. Und das gilt nur für Nachwuchsspieler, danach ist der Markt dort drüben so kaputt, wie bei uns?

Offline TT

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #23 am: Montag, 19.Sep.2016, 13:43:10 »
Draft-System finde ich auch blöd und halte es auch nicht für umsetzbar. Das würde ja bedeuten, dass Vereine, die überhaupt nichts für die Jugendarbeit tun, trotzdem partizipieren. Das geht in USA, aber nicht hier.

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #24 am: Montag, 19.Sep.2016, 13:49:09 »
Naja, bei Gerhardt ist uns genau das ja passiert. :)

Aber klar, die Ausbildung ist hier natürlich anders geregelt. Und das gilt nur für Nachwuchsspieler, danach ist der Markt dort drüben so kaputt, wie bei uns?
Unter "einfach wegnehmen" verstehe ich eine Zahlung von 13 Mio. eher nicht. ;)

Ansonsten kenne ich mich da auch nicht so gut aus; das sollten die US-Sport-Gucker mal lieber beantworten. Ich habe allerdings den Eindruck, dass da (fast) jede Saison irgendeine andere Mannschaft Meister wird.
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Offline phimosis

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #25 am: Montag, 19.Sep.2016, 13:55:30 »
Unter "einfach wegnehmen" verstehe ich eine Zahlung von 13 Mio. eher nicht. ;)

Ok, das ist ein Argument. :)


Ansonsten kenne ich mich da auch nicht so gut aus; das sollten die US-Sport-Gucker mal lieber beantworten. Ich habe allerdings den Eindruck, dass da (fast) jede Saison irgendeine andere Mannschaft Meister wird.

Und genau das ist ja das interessante. Dort ist der Sport vermutlich noch stärker kommerzialisiert und es scheint spannend zu bleiben.

Offline Humorkritik

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #26 am: Montag, 19.Sep.2016, 14:10:59 »

Und genau das ist ja das interessante. Dort ist der Sport vermutlich noch stärker kommerzialisiert und es scheint spannend zu bleiben.

Vielleicht gerade, weil er stärker kommerzialisiert ist? Nichts ist uninteressanter (und dauerhaft geschäftsschädigender) als Langeweile. Das haben aber Rummenigge und Konsorten noch nicht mitbekommen (wobei die natürlich auch in anderen Marktdimensionen denken), aber dennoch ist die CL so derart fehlkonstruiert, dass ich ihr in dieser Form keine allzu große Zukunft bescheinigen möchte.
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Offline märkel

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #27 am: Montag, 19.Sep.2016, 14:22:19 »
Vielleicht gerade, weil er stärker kommerzialisiert ist? Nichts ist uninteressanter (und dauerhaft geschäftsschädigender) als Langeweile. Das haben aber Rummenigge und Konsorten noch nicht mitbekommen (wobei die natürlich auch in anderen Marktdimensionen denken), aber dennoch ist die CL so derart fehlkonstruiert, dass ich ihr in dieser Form keine allzu große Zukunft bescheinigen möchte.

die cl ist doch in teilen ähnlich konstruiert wie die nfl. auf-und absteiger gibt es praktisch keine, weil das in der cl verdiente geld regelmäßig reicht, um in den nationalen ligen die hungerleider auf abstand zu halten. in den letzten zehn jahren haben immerhin sieben verschiedene teams gewonnen. ist doch spannend :cool:
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Offline Humorkritik

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #28 am: Montag, 19.Sep.2016, 14:29:10 »
die cl ist doch in teilen ähnlich konstruiert wie die nfl. auf-und absteiger gibt es praktisch keine, weil das in der cl verdiente geld regelmäßig reicht, um in den nationalen ligen die hungerleider auf abstand zu halten. in den letzten zehn jahren haben immerhin sieben verschiedene teams gewonnen. ist doch spannend :cool:
Jetzt nutze mein Unkenntnis des US-Sports doch nicht dazu, Argumente, mit denen Du sympathisierst, in Frage zu stellen. ;)
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Offline p_m

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Re: Warum 50+1 fallen muss!
« Antwort #29 am: Montag, 19.Sep.2016, 14:40:24 »
Ansonsten kenne ich mich da auch nicht so gut aus; das sollten die US-Sport-Gucker mal lieber beantworten. Ich habe allerdings den Eindruck, dass da (fast) jede Saison irgendeine andere Mannschaft Meister wird.
Naja, es geht so. Ich verfolge nur die NBA über einige Jahre, aber mein Eindruck ist, dass die Erfolgszeiten der Vereine noch stärker am Tropf einzelner Superstars hängen, als es im Fußball vorstellbar ist (zugegeben, das ist bei 5 statt 11 Spielern auf dem Feld auch logisch). Teams, die seit 20 Jahren kontinuierlich zu den besten 6-8 Teams der Liga zählen, gibt es in der Tat sehr wenige (v.a. die San Antonio Spurs), das sind die Ausnahmen. Andersrum gibt es aber seit 20 Jahren Teams, die nahezu immer scheiße sind - auch weil kaum Spieler in die jeweiligen Orte umziehen wollen. Wer würde freiwillig von Miami nach Minnesota oder Detroit gehen, wenn er nicht übermäßig hohe Zahlungen dafür erhalten würde? Die USA sind einfach schon landschaftlich viel größer und vielseitiger als ein Land auf dem europäischen Kontinent. Der Effekt hat zwar im Vergleich zu den 70ern und 80ern nachgelassen, als die Topspieler eigentlich nur in die großen Städte (Los Angeles, Philadelphia, New York) wollten, aber spürbar ist er noch immer.

Die Systeme sind einfach nicht vergleichbar, einige Gründe hast Du ja schon aufgeführt. Neben dem Draftsystem, das ich mir auf Europa bezogen nicht vorstellen kann, sind es auch die Trades und die Free Agency, die sich ganz anders bemerkbar machen. Wenn Franchises die Möglichkeit haben, Spieler bei entsprechender Berücksichtigung der Finanzen überall dorthin zu schicken, wo sie wollen und die Spieler da machtlos sind, bietet das einerseits ein großes strategisches Potential für die Franchises. Andererseits führt die Free Agency dazu, dass die Spieler enorme Macht haben, insbesondere die Superstars, die die jahrelange strategische Aufbauarbeit eines Managers mit einer Unterschrift zunichte machen können. Regelmäßig wird das Erpressungspotential beklagt, das die Spieler besitzen. Das hat zum einen, wie bereits erwähnt, mit der Sportart zu tun, andererseits ist es aber auch kein großer Unterschied zu Europa und Fußball, denn Spieler, die dem Verein die Pistole auf die Brust setzen, gibt es hier ja auch in jedem Jahr.

Ich kenne mich in Bezug auf das Fansein nicht wirklich aus, aber es ist schon oft vorgekommen, dass Franchises mit dem Verkauf gleichzeitig auch den Ort gewechselt haben (Charlotte Hornets -> New Orleans Hornets/Charlotte Bobcats -> New Orleans Pelicans/Charlotte Hornets; Vancouver Grizzlies -> Memphis Grizzlies; Seattle Supersonics -> Oklahoma City Thunder). Natürlich gibt es nach wie vor Clubs mit großer Tradition, die da auch nicht wegzukriegen sind, weil das schon wirtschaftlich totaler Unsinn wäre (LA Lakers, NY Knicks etc.), allerdings ist das Maß an Identifikation bei den erstgenannten schätzungsweise deutlich geringer ausgeprägt, bzw. verschwindet einfach mit dem Ortswechsel der Franchise. Dadurch, dass die Eigentümer alle Multimilliardäre sind, ergibt sich keine wirkliche Vergleichsgrundlage mit dem europäischen Vereinssystem, wenngleich auch jeder Milliardär eine eigene Einnahmen- und Ausgabenpolitik verfolgt, denn selbstverständlich gibt es da auch Geizhälse.

Um auf das Ursprungsthema zurück zu kommen: der Ungleichheit, die sich gerade weiter verschärft, könnte man m.E. nur durch zwei Elemente des US-amerikanischen Sportsystems entgegentreten, nämlich indem man das Eigentümermodell übernimmt und parallel Gehaltsobergrenzen für die Teams festlegt. Das Tradesystem ist soweit ich mir das vorstellen kann, sowieso nicht mit unserem Arbeitsrecht vereinbar. Der FC würde von diesem Modell m.E. sogar profitieren, weil er so Vereine wie Mainz, Hoffenheim oder auch Wolfsburg alleine aufgrund des Standorts und der Fans sowie den damit verbundenen (schon jetzt vorhandenen) attraktiven Aspekten für potentielle Eigentümer sofort überholen könnte (sportliche und strategische Kompetenz vorausgesetzt). Weitaus angenehmer wäre es natürlich, wenn die DFL und der DFB durch ein landesweites an das Financial Fair Play angelehnte Modell die Investitionsmöglichkeiten an die Einnahmen koppeln würde, was gerade die hiesigen ekligen Konstrukte extrem hart treffen würde.

Wahrscheinlicher ist aber meiner Meinung nach, dass es in absehbarer Zeit eine europäische Superliga gibt, deren Zusammensetzung sich an den Umsätzen der Teilnehmer orientiert. Das befürworten Leute wie Rummenigge ja auch ganz offen. Die Vereine der nationalen Ligen würden wahrscheinlich irgendwelche unrealistischen Möglichkeiten haben, um irgendwann mal im Konzert der Großen mitspielen zu können, aber wären de facto von den ganz großen Dingern ausgeschlossen. Ich glaube allerdings nicht, dass die deutschen Vereine diesem radikalen Modell in naher Zukunft zustimmen würden, da die Fans hierzulande den Machern bei weitem nicht so gleichgültig sind wie in anderen Ländern. So bleibt es beim demokratischen System, in dem man sowohl immer den FC Bayern befrieden muss, als auch die Konstrukte bei jedem Scheißdreck mit an Bord hat.

Positiv stimmt mich eigentlich nur, dass auch der Einsatz größter finanzieller Mittel sportliche Kompetenz niemals ausgleichen können wird. Wenn uns die Premier League eins gelehrt haben sollte, dann zumindest das. Und hier sieht man es ja auch (Dortmund, Gladbach usw.).
"Was liegt mir an der Richtigkeit der Lehren; es ist der Enthusiasmus, den ich an ihnen zu schätzen weiß."