Autor Thema: Wohin steuert der effzeh?  (Gelesen 30762 mal)

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Offline rudde

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #420 am: Samstag, 30.Dez.2017, 19:08:45 »
Vorstand raus.


Ich habe bisher kein Wort der Selbstkritik vom Vorstand gehört, die meinen scheinbar sie hätten alles richtig gemacht. Durch die Abgänge von Schmadtke und Stöger haben sie versucht sich aus der Schusslinie zu nehmen. So leicht sollte man sie nicht davonkommen lassen.
Bei allen bisherigen Abstiegen war die Grundursache ein Versagen der Vereinsführung. Köln mit Umfeld bietet eine sehr gute Voraussetzung für einen starken Fussballverein. Mit einer professionellen Führung sehe ich keine Abstiegsgefahr, der 1.FC Köln hat bessere Voraussetzungen als z.B. Freiburg, Augsburg, Mainz, und wieso ist Gladbach seit Jahrzehnten besser als wir? Das kann nicht am Wetter liegen. Es würde mich auch sehr interessieren wieviel Geld die einzelnen Vereine der Bundesliga zur Verfügung haben. Der 1.FC Köln steht nicht schlechter da als viele andere Vereine, teilweise sogar viel besser. Das Management ist Kappes wie man in Köln so sagt, Dress ist ein anderes Wort,

Online Double 1978

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #421 am: Samstag, 30.Dez.2017, 19:17:01 »
also gladbach macht zwar seit langer zeit bessere arbeit als wir, aber sicher nicht seit jahrzehnten.
"Manche von den Jungs haben eine Berufsauffassung wie die Nutten von St.Pauli. Die rauchen, saufen und huren rum, gehen morgens um 6 Uhr ins Bett und haben am nächsten Tag ein Spiel."  Eduard Geyer

Offline kabelbrad

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #422 am: Montag, 01.Jan.2018, 20:17:24 »
ich bin mal echt gespannt wie es weitergeht. ich bin vom aktuellen personal kaum überzeugt. Veh hat als spodi noch gar nix gerissen und lebt als trainer und typ von seinem einen großen erfolg. Aehlig hatte jetzt auch keine beeindruckende vita, bevor er in leipzig an der großen kohle saß. ruthenbeck hat zwar in unserer jugend gute arbeit geleistet, aber ist vorher auch nicht übers zweitliga-mittelmaß hinaus gekommen - ich fürchte mit seiner art wird er sich ziemlich schnell verbrauchen. dafür werden jetzt mit bade und jakobs zwei erwiesene top-leute anscheinend aus dem verein gedrängt.

für mich sieht das alles aus, als würde spinner mittlerweile seine fußballerische kompetenz überschätzen, anstatt so reflektiert zu sein wie am anfang. man gibt sich mit mittelmäßigen lösungen zufrieden, anstatt ans limit zu gehen.

die hoffnung, die ich habe, liegt bei den jungen spielern. da kommt ja einiges nach. und ich hoffe auch auf eine generation von fc-mitarbeitern, die ihren job aus liebe zum fußball und zum fc machen, anstatt für die anerkennung der tribüne, von der mir die alte mannschaft und auch stöger manchmal allzu sehr abhängig erschienen.   
Spät in der Nacht,
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sie sagt:
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Online Double 1978

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #423 am: Montag, 01.Jan.2018, 20:41:44 »
ich bin mal echt gespannt wie es weitergeht. ich bin vom aktuellen personal kaum überzeugt. Veh hat als spodi noch gar nix gerissen und lebt als trainer und typ von seinem einen großen erfolg. Aehlig hatte jetzt auch keine beeindruckende vita, bevor er in leipzig an der großen kohle saß. ruthenbeck hat zwar in unserer jugend gute arbeit geleistet, aber ist vorher auch nicht übers zweitliga-mittelmaß hinaus gekommen - ich fürchte mit seiner art wird er sich ziemlich schnell verbrauchen. dafür werden jetzt mit bade und jakobs zwei erwiesene top-leute anscheinend aus dem verein gedrängt.

für mich sieht das alles aus, als würde spinner mittlerweile seine fußballerische kompetenz überschätzen, anstatt so reflektiert zu sein wie am anfang. man gibt sich mit mittelmäßigen lösungen zufrieden, anstatt ans limit zu gehen.

die hoffnung, die ich habe, liegt bei den jungen spielern. da kommt ja einiges nach. und ich hoffe auch auf eine generation von fc-mitarbeitern, die ihren job aus liebe zum fußball und zum fc machen, anstatt für die anerkennung der tribüne, von der mir die alte mannschaft und auch stöger manchmal allzu sehr abhängig erschienen.
in erster linie machen die es wegen dem geld. das ist auch völlig ok. und die (allermeisten) leute gehen auch dahin, wo sie am meisten verdienen. und das ist auch ok.
aber ich erwarte, dass sie ihren job so gut wie möglich machen.
im moment macht es wirklich den eindruck, als würden wir in großen schritten rückwärts gehen.


selbst ein klassenerhalt wirft den FC um jahre zurück, so mein gefühl im moment.
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Online Wormfood

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #424 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 18:48:28 »
Statt Schmadtke, Stöger, Bade haben wir jetzt Veh, Haddock, Menger.

Nachvollziehbar, dass sich meine Begeisterung über diesen regime chance in Grenzen hält?
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Offline facepalm

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #425 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 18:50:34 »
sei doch froh, die darüber sind die gleichen wie immer.

Online Wormfood

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #426 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 19:20:06 »
die darüber sind die gleichen wie immer.
Dann wähle sie doch ab bei der nächsten JHV.
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Offline facepalm

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #427 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 19:23:33 »
Dann wähle sie doch ab bei der nächsten JHV.


würde ich ja aber bei der nächsten mv sind keine vorstandswahlen. du darfst dich an ihrem konstanten verbleib also voraussichtlich noch bis mindestens 2019 erfreuen.

Offline drago

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #428 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 19:30:17 »
dafür werden jetzt mit bade und jakobs zwei erwiesene top-leute anscheinend aus dem verein gedrängt.

ich finde es sehr schwer, hierzu eine aussage zu treffen. ob bade ein "erwiesener" toptrainer ist kann ich nicht beurteilen, und vermutlich auch sonst keiner hier. bis auf horn, der aber schon als jugendspieler herausragend gewesen ist, hat bade nichts hervorgebracht, was erwähnung nötig machen würde, oder? und jakobs ist ja schon seit 2016 eher aussen vor (was auch immer da mit dem düsseldorfer vorgefallen ist war der anfang vom ende)

ich weiss auch nicht, ob diese beiden "gedrängt" werden oder bade z.b. freiwillig gehen wollte, so wie es auch ruthenbeck darstellt. bei jakobs gilt das gleiche.

insgesamt geht mir der vorstand wie dir tierisch auf die nüsse und ich möchte die versager lieber heute als morgen weg haben. aber veh und co (auch aelig, den du erwähnst) starten bei mir erstmal bei absolut 0. ich sehe da keinen ansatz, anders vorzugehen. vita alleine ist absolut nichts wert, hat man ja am düsseldorfer gesehen.
Das Meer ist weit, das Meer ist blau.
Im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
Da kommt ein Hai von ungefähr,
ich glaub von links, ich weiß nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig aber wahr.
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Offline MG56

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #429 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 21:47:37 »
Außerdem entwickeln sich Leute auch noch in die eine oder andere Richtung weiter.
Wer früher mal Bäume ausgerissen hat, scheitert jetzt vielleicht schon an Grashalmen.
Oder er hat umgekehrt auf einmal ein goldenes Händchen.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung ?

Offline FC Karre

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #430 am: Mittwoch, 03.Jan.2018, 23:19:24 »

ich weiss auch nicht, ob diese beiden "gedrängt" werden oder bade z.b. freiwillig gehen wollte, so wie es auch ruthenbeck darstellt...



hat er nicht, oder? er hat lediglich gesagt, dass es von anderer seite nicht gewünscht war, also nicht von seiner seite.

Offline facepalm

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Offline chg

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #432 am: Donnerstag, 04.Jan.2018, 14:46:05 »

hat er nicht, oder? er hat lediglich gesagt, dass es von anderer seite nicht gewünscht war, also nicht von seiner seite.
Ist mir auch aufgefallen, so wie die Presse Ruthenbeck zitiert könnte man auch meinen das es auch eine dritte Partei geben könnte die den Wechsel auf der Position angestrebt hat. Im Prinzip ist ja dann auch egal, was ich wirklich nervig an der Bade Posse finde ist die Tatsache das man im Verein keine Sprachregelung zu diesem Thema getroffen hat. Es darf einfach nicht sein, das hier jeder Angestellte eine andere Version in die Mikrofone diktiert. Da waren wir unter Schmöger weiter...

Offline render

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #433 am: Samstag, 06.Jan.2018, 17:36:21 »


Zitat
Veh hat längst begonnen, als neuer Geschäftsführer jeden Stein umzudrehen und personell in seinem Entscheidungsbereich aufzuräumen. Ein normaler Vorgang. Ebenso normal wie der Vorgang, dass ein neuer Manager in diesem Prozess Vertraute aus alten Zeiten in bestimmten Positionen installiert.
https://geissblog.koeln/2018/01/koelner-neustart-der-umbruch-hat-laengst-begonnen/2/

Es mag zwar durchaus normal sein, dass "Vertraute installiert" werden, aber dennoch habe ich aus zwei Gründen Bedenken: Zum einen wurde Veh vom derzeitigen Vorstand geholt. Das kann man ihm natürlich persönlich nicht zur Last legen, dennoch macht es mich skeptisch. Auch ein Veh wiederum arbeitet ohne wirkliche strukturelle Kontrolle und zudem anscheinend auch "mit Seilschaften". Er packt zwar Dinge an (Kader, Scouting), aber das liegt nur in der Natur der Sache und ist noch kein Qualitätsbeweis. Dieser steht noch aus, so lange wird kritisch zu beobachten sein, was passiert und was nicht und was kommuniziert wird und was nicht. Ob Veh der richtige Mann ist, um Kontrollstrukturen auch seiner selbst zu installieren wage ich zu bezweifeln. Zweitens wurde seitens des Vorstands mit Veh wieder jemand aus der alten Garde installiert, ein "Kenner der Szene" ... Dass man seitens des Präsdiums erkannt hat, dass die traditionelle Struktur der "Szene", d.h. des Profifußballgeschäfts per se ein Problem darstellt ist der Installation Vehs jedenfalls nicht zu entnehmen. Nicht falsch verstehen: Vehs Job in der derzeitigen sportlichen Situation ist ein Höllenritt, und wenn er auch nur halbwegs gut durch die Restsaison kommt und Mitte 2018 einen perspektivischen Wiederaufstiegskader und ein paar strukturelle Modernisierungen hingekommt hat er einen guten Job gemacht - man muss realistisch sein...

Veh ist zwar als GF Sport schon für die langen Linien zuständig, in meiner Wahrnehmung allerdings ist er zunächst und in erster Linie als Krisenreaktionskraft zu betrachten, vergleichbar mit Ruthenbeck: Irgendeiner muss den Job halt machen. Welche langfristige Entwicklung der effzeh nehmen wird ist derzeit kaum abzusehen, auch weil die Struktur des Vereins nicht zuletzt durch das angezählte Präsidium nicht stabil ist.

Aber a propos langfristige Entwicklung:  :D


In der Medizin begann vor gut 25 Jahren eine "Bewegung" die sich evidenzbasierte Medizin genannt wurde. Es wurde - vereinfacht gesagt - propagiert, dass sich medizinische Heilkunde an wissenschaftlicher Forschung orientieren sollte (Wikipedia-Link). Ich habe mich immer gefragt: "Äh, ja, woran denn bitte sonst?" bis mir ein befreundeter Arzt den inoffiziellen Gegenbegriff zur evidenzbasierten Medizin mitteilte: Eminenzbasierte Medizin, vereinfacht gesagt also die Methode: Wir machen es so, weil der Chef sagt: "Haben wir immer schon so gemacht bzw. ich will das jetzt so und ich bin hier schließlich der Chef."

Der Fußball ist einem ähnlichen Umbruchprozess. So sehr Werbemaßnahmen wie VW, Redbull und Hopp abzulehnen sind: Dort geschieht "evidenzbasiertes Fußballmanagement" in vielen Bereichen: Scouting, Gegneranalyse, Trainingssteuerung, Nachwuchsentwicklung, konzeptuelle/taktische Entwicklung usw. Meiner Ansicht nach ist es übrigens kein Zufall, dass die "modernen Unternehmen" RB und SAP als Fußballverein insgesamt besser performen als das Traditionsunternehmen VW, aber das nur am Rande.

Armin Veh ist bisher weder als Manager noch als Fußballtrainer als ein Modernisierer in Erscheinung getreten. Veh gehört für mich zum alten System. Ob er lernfähig ist und die nötigen Kompetenzen und Kapazitäten besitzt, sich zu einem modernen Fußballmanager zu entwickeln ist eine offene Frage. Eventuell spricht für ihn, dass es sich mit Aehlig moderne Kompetenz eingekauft hat, aber das bleibt wie so vieles abzuwarten.

Die beschriebene strukturelle Modernisierung ist nicht nur auf das Kerngeschäft Profifußball anzuwenden, sondern auch auf die dieses Geschäft tragende Struktur. Und das ist der 1. Fußball-Club Köln 01/07 e.V., aka "effzeh". Womit wir beim Thema wären:

Wohin also steuert der effzeh?

Wenn wir zurück schauen muss konstatiert werden, dass Werner Spinner der richtige Präsident zum richtigen Zeitpunkt war. Es ist wichtig, fair zu bleiben, das ist ein zentraler Wert für einen Sportverein. Spinner hat einen Verein mit maroden Strukturen und desolaten Finanzen übernommen. Er hat aufgeräumt und vieles neu aufgestellt und war dabei höchst erfolgreich nicht nur im Hinblick auf Finanzen (Wehrle) und sportliche Entwicklung, sondern tatsächlich auch im Hinblick darauf, "alle mitzunehmen". Er hat über den Erfolg viel Gemeinsamkeit geschaffen und wirklich viel angestoßen und probiert. Als Beispiele seien die Kontaktaufnahme und Einbindung von FCreloaded genannt, im Kleinen auch seine Anwesenheit hier im Forum. Der Dialog mit der aktiven Szene wurde vorbereitet, gesucht und lange gehalten. MIt der "CoKo" wurde die Social Media Landschaft neu aufgestellt, auch hier haben Fanvertreter und Vereinsmitarbeiter über lange Zeit erfolgreich miteinander gearbeitet. Funktionierende und tragfähige Beziehungen zu Sponsoren und Stakeholdern (Stadt Köln) wurden hergestellt, die Mitgliederschaft wurde weiter verbreitert. Das ist ein ziemlich beeindruckendes Zeugnis. Leider wurde dieser offene Weg mit der Zeit verlassen.

Komplexe Gebilde wie ein Sportverein und Wirtschaftsunternehmen (der effzeh als e.V. und die KGaA als Komplementär) neigen dazu, unter komplexen Ursachenbedingungen zu funktionieren. Deshalb ist es müßig, nach dem Grund für den Absturz zu suchen. Stattdessen haben viele Faktoren und deren Zusammenspiel eine Rolle gespielt. Ich komme am Ende nochmal darauf zurück, warum das nicht nur wichtig sondern entscheidend ist.

Der effzeh erlebt derzeit einen schweren Rückfall in alte Zeiten. Ein Trümmerhaufen wie 2012 sind wir aber nicht.


Für uns als Fans ist das grausam. Und bitter, weil es selbstverschuldet und unnötig ist. Ich bin aber kein Freund davon, das Kind mit dem Bade auszuschütten: Der effzeh steht trotz aller Krise besser da als noch 2012: Wir sind ziemlich am Arsch, aber wir sind kein Trümmerhaufen. Der effzeh ist stabiler und krisenfester als 2012. Werner Spinner hat als Präsident auch daran gearbeitet und er hat es hingekriegt. Dafür gebührt ihm aufrichtiger Dank.

Dankbar zu sein für das Geleistete bedeutet allerdings nicht, keine Kritik an seiner Präsidentschaft üben zu dürfen. Werner Spinner war ein Mentalitätspräsident und ein Macher: Mit Zuckerbrot und Peitsche hat er den schiffbrüchigen effzeh-Kahn wieder flott gemacht und dafür vierzig Tausender an die Kabinentür der Vereinsseele genagelt ("Den Verein vereinen!"). Und der effzeh ist rausgegangen und hat Fußballdeutschland gezeigt, dass wir ernstzunehmen sind. Und wir waren erfolgreich, und wie! Chapeau!

Strukturelle Versäumnisse

Was Werner Spinner nicht getan hat, ist damit fortzufahren, den Verein zu vereinen. Der Erfolg wurde nicht genutzt, um auf breiter Basis die internen Strukturen des Vereins zu verbessern. Es war und ist weiterhin nicht verkehrt, über weiteres Wachstum des effzeh nachzudenken (Stichworte: Stadion, Internationalisierung). Aber es war und ist verkehrt, den Verein dabei nicht mitzunehmen. Der Verein, das sind wir. Zuallererst die Mitglieder und ihre verfassten Vertretungen und zweitens die Klüngel-Zone, d.h. die gewachsenen Verbindungen zu wirtschaftlichen und politischen Partnern.

Rückblickend war dies auf vielen Ebenen schon früh erkennbar, spätestens mit dem Rauswurf Dr. Siegers als Vorsitzender des Aufsichtsrats Mitte 2016 (Express-Artikel). Dr. Sieger hatte dem Vernehmen nach darauf gepocht, dass seitens des Präsidenten und der Geschäftsführung gegenüber Kontrollgremien satzungs- und vereinbarungsgemäße Verfahrensregeln eingehalten werden. Dies hätte vereinsinterne Öffentlichkeit hergestellt und so die Mitnahme und Information des Vereins sichergestellt. Natürlich sind solche Prozesse operativ schwierig zu managen. Verbindliche Verfahrensregeln des Vereins wie geschehen jedoch zu ignorieren und sich stattdessen "von oben" durchzusetzen ist ein schwerer (vereins-)politischer Fehler, für den der Präsident bei der nächsten Wahl die Quittung erhalten wird. Der Präsident hat nicht alle am Geschehen Beteiligten ausreichend einbezogen; man könnte auch sagen: Er hat schlecht geklüngelt. Es ein Treppenwitz der Vereinsgeschichte, dass Werner Spinner in der Spätphase seiner Präsidentschaft genau in jenes sonnenkönigshafte Verhaltensmuster verfallen ist , das Wolfgang Overath an den Tag gelegt hat und das letztlich dazu geführt hat, das dieser gehen musste und Spinner Präsident werden konnte.

Wohin steuert nun also der effzeh? Die Frage, die wir als Mitglieder und Fans uns stellen sollten ist eine andere: Wohin sollte der FC steuern? In letzter Konsequenz steuern nämlich die Mitglieder den Verein oder anders ausgedrückt: An uns Mitgliedern vorbei darf und kann der Verein nicht gesteuert werden.

Spinner hat 2012/13 die nötigen Löcher im effzeh-Schiff geflickt und dann die Segel Richtung Bundesliga gesetzt. Nun laufen wir nach langer Reise wieder in den Hafen der zweiten Bundesliga ein. Wir sind nicht schiffbrüchig, unsere Reise war erfolgreich und wir haben eine Menge Ladung im Schiffsbauch mitgebracht. Wir stehen besser da als 2012, als Spinner die Segel gesetzt hat, das ist sein Verdienst. Wir sind mit ihm auf die Reise gegangen. Der effzeh ist kein Wrack - aber es muss auf Trockendock und gehört entrümpelt und modernisiert.

2018 werden wir absteigen. 2019 werden wir wieder in die Bundesliga aufbrechen.

Der effzeh muss vom Kopf auf die Füße gestelllt werden


Die Aufgabe, die der Verein (wir!) jetzt haben ist, unseren Verein in allen Strukturen weiter zu modernisieren. Damit wir Schritt halten können mit der Entwicklung des Profifußballs, mit Konstrukten wie Redbull und Hopp. Nach 2012 war der Verein für eine solche Entwicklung noch nicht bereit: Wir trieben als steuerloses Wrack auf See, Panik und Verzweiflung herrschten. Wir brauchten einen harten erfahrenen Seebären, der die Dinge in die Hand nahm.

In Werner Spinner hatten wir einen hoch kompetenten, starken und dynamischen Macher- und Managerpräsidenten, ein erfolgsgetriebenes Alphatierchen par excellence, der in schweren Zeiten viel bewegt hat - der aber auch seine Problemchen mit starken Kontrollstrukturen hatte und anfällig für die Sonnengottkrankheit war, größer als der Verein zu werden.

Was der effzeh dafür braucht: Einen anderen Präsidenten

Ich will einen uneitlen und umsichtigen Moderator an der Spitze des effzeh sehen. Jemand, der kritisch auf die Strukturen blickt und modern genug ist, nicht autokratische sondern demokratische Vereinsstrukturen zu entwickeln. Damit einher gehen müssen professionelle datengebundene und nicht personengebundene operative Strukturen. Auf Vereinsebene bedeuten solcher Strukturen, dass die persönliche Kompetenz und die "Schwarmintelligenz" der Mitglieder nicht als Bedrohung sondern als Ressource betrachtet wird, die es zu heben und "mitzunehmen" gilt. Es bedeutet Mitbestimmung und Partizipation und eine offene Informations- und Kommunikationspolitik. Es muss nicht nur Projekt- sondern Wissensmanagement erfolgen: Die Entwicklung einer lernenden Organisationsstruktur. Es geht am Ende darum, das komplexe Zusammenspiel (s.o.) aller Beteiligten im Verein (!) so zu organisieren, dass es offen, gemeinschaftlich und respektvoll geschieht. Es reicht nicht aus, eine (an und für sich gar nicht mal so schlechte) FC-Charta zu verfassen, sondern man muss die betreffenden Strukturen wirklich anfassen und in diesem Sinne mit Leben füllen. Das ist schwierig und oft anstrengend, aber keine Hexerei, sondern eine umsetzbare Aufgabe - von den Würstchen bis zu den Finanzen.

Werner Spinner gebührt Dank für seine gute Arbeit in schwierigen Zeiten. Nun ist es an der Zeit, den Weg frei zu machen für einen echten Mitgliederpräsidenten. Turnusgemäß steht die Wahl des Vorstands 2019 an, es bleibt also genügend Zeit. Die kritische Mitgliederschaft ist dafür gut aufgestellt: FCreloaded ist höchst lebendig und im Hintergrund gut venetzt. Kritische Stimmen sind im Verein nicht nur in den Gremien präsent und finden Gehör. Mit https://www.100profc.de/ ist eine weitere kritische Organisation entstanden, die auf die beschriebene Weise mitgliederorientiert ist und die vernetzen und Kräfte bündeln kann und die trotz widriger Bedingungen auf der letzten Mitgliederversammlung 1500 Stimmen für sich gewinnen konnte. Im Netz gibt es eine Vielfalt kritischer Stimmen, zu nennen sind beispielsweise http://effzeh.com/ und nicht zuletzt auch dieses Forum. Auch in den klassischen Medien finden sich inzwischen wieder solche Stimmen, u.a. Christian Löer und Alexander Haubrichs haben sich sehr deutlich  zur Führung des effzeh geäußert.

Es ist an der Zeit, sich auf die Suche nach einem Mitgliederpräsidenten zu machen.

Steht auf, wenn Ihr Kölner seid!  :fc:
There is no way to happiness. Happiness is the way.  (Buddha)
If ignorance is bliss, why aren't there more happy people?  (Unknown)

Offline Linden

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #434 am: Sonntag, 07.Jan.2018, 10:05:03 »
Super Beitrag!


Ich teile deine Meinung zur Entwicklung Spinners. Der Start war (sehr) gut aber irgendwann ist er einfach vom Weg abgekommen. Spätestens seit der Geschichte rund um Jürgen Sieger hat seine Präsidentschaft einen negativen Lauf genommen.


Dringendste Frage die sich für mich seit geraumer Zeit auftut ist die nach einem Nachfolger. Egal ob nun kurzfristig oder erst im Herbst des kommenden Jahres, wer ist für das Amt des Präsidenten eine ernst zu nehmende Alternative?


Gibt es jemanden aus den aktuellen Gremien den man sich vorstellen könnte bzw. der eventuell ein Interesse daran hätte?
Ist vielleicht sogar Jürgen Sieger ein möglicher Kandidat?
Gibt es innerhalb der Gremien eine Art Opposition zum aktuellen Vorstand die sich mit dem Thema befasst und aus deren Kreis vielleicht jemand in Frage kommt?


Mir fehlt da ehrlich gesagt der Einblick um das beurteilen zu können.


Offline facepalm

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #435 am: Sonntag, 07.Jan.2018, 10:50:35 »

Was der effzeh dafür braucht: Einen anderen Präsidenten

Ich will einen uneitlen und umsichtigen Moderator an der Spitze des effzeh sehen. Jemand, der kritisch auf die Strukturen blickt und modern genug ist, nicht autokratische sondern demokratische Vereinsstrukturen zu entwickeln. Damit einher gehen müssen professionelle datengebundene und nicht personengebundene operative Strukturen. Auf Vereinsebene bedeuten solcher Strukturen, dass die persönliche Kompetenz und die "Schwarmintelligenz" der Mitglieder nicht als Bedrohung sondern als Ressource betrachtet wird, die es zu heben und "mitzunehmen" gilt. Es bedeutet Mitbestimmung und Partizipation und eine offene Informations- und Kommunikationspolitik. Es muss nicht nur Projekt- sondern Wissensmanagement erfolgen: Die Entwicklung einer lernenden Organisationsstruktur. Es geht am Ende darum, das komplexe Zusammenspiel (s.o.) aller Beteiligten im Verein (!) so zu organisieren, dass es offen, gemeinschaftlich und respektvoll geschieht. Es reicht nicht aus, eine (an und für sich gar nicht mal so schlechte) FC-Charta zu verfassen, sondern man muss die betreffenden Strukturen wirklich anfassen und in diesem Sinne mit Leben füllen. Das ist schwierig und oft anstrengend, aber keine Hexerei, sondern eine umsetzbare Aufgabe - von den Würstchen bis zu den Finanzen.

Werner Spinner gebührt Dank für seine gute Arbeit in schwierigen Zeiten. Nun ist es an der Zeit, den Weg frei zu machen für einen echten Mitgliederpräsidenten. Turnusgemäß steht die Wahl des Vorstands 2019 an, es bleibt also genügend Zeit. Die kritische Mitgliederschaft ist dafür gut aufgestellt: FCreloaded ist höchst lebendig und im Hintergrund gut venetzt. Kritische Stimmen sind im Verein nicht nur in den Gremien präsent und finden Gehör. Mit https://www.100profc.de/ ist eine weitere kritische Organisation entstanden, die auf die beschriebene Weise mitgliederorientiert ist und die vernetzen und Kräfte bündeln kann und die trotz widriger Bedingungen auf der letzten Mitgliederversammlung 1500 Stimmen für sich gewinnen konnte. Im Netz gibt es eine Vielfalt kritischer Stimmen, zu nennen sind beispielsweise http://effzeh.com/ und nicht zuletzt auch dieses Forum. Auch in den klassischen Medien finden sich inzwischen wieder solche Stimmen, u.a. Christian Löer und Alexander Haubrichs haben sich sehr deutlich  zur Führung des effzeh geäußert.

Es ist an der Zeit, sich auf die Suche nach einem Mitgliederpräsidenten zu machen.

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render
wirklich ein sehr schöner beitrag. ich gehe mal auf die beiden letzten absätze sein, da sie mmn zwei nicht ganz so realistische zukunftshoffnungen zeigen.

a) glaube ich nicht an einen mitgliederpräsidenten. auch der nachfolger, wer immer es ist, wird sich den realitäten nicht verweigern können die da heißen halbwertzeit 50+1, geldbeschaffung, internationalisierung, müngersdorf etc. ich kann mir beim letzten punkt bspw. nicht vorstellen das mit der abdankung des jetzigen präsidiums der stadionbau/umzug aus der welt wäre, ich glaube auch nicht dass das investorenthema in ablage p verschwindet. worauf man vielleicht hoffen kann ist das der oder diejenige an stellschrauben dreht, das man die mitgliedschaft stärker anhört, das die satzung nicht nur einen groben rahmen vorgibt und das man die gremien miteinbezieht. wenn gremien und mitgliedschaft ernster genommen würden, man zu dem realisiert das der sport keine ausgegliederte abteilung ist mit der man nicht zu tun hat und die zukunftspläne des nächsten vorstandes etwas transparenter gemacht würde, wäre schon sehr viel gewonnen. an eine komplette kulturrevolution kann ich aber nicht glauben, dafür sind sowohl finanz- wie auch verbands/politikdruck auch zu groß. zu dem darf man nicht vergessen das ein präsidium ein präsidium aller mitglieder ist und nicht nur die unsere meinung zu vertreten hat.

b) glaube ich das du die "masse" derjenigen überschätzt die sich veränderungen wünschen und auch bereit sind dafür aus der deckung zu kommen. man sieht es hier schon in diesem thread, das ist eigentlich immer die gleiche handvoll user die sich für die thematik interessiert. die presse ist ausschl. ein fähnchen im wind, nach den ersten siegen in der rückrunde oder liga zwei wird von einer kritischen begleitung kaum noch die rede sein, zu mal diese ja auch jetzt in chaoszeiten sich eher noch sehr zurück hält, da wollen die wenigsten die hand abbeissen die sie füttert. in den gremien mag es sicher rumoren aber auch dort kann ich -wenigstens nach aussen- keine großartige kritik an der amtsführung erkennen, geschweige den den ansatz für veränderung zu stehen. natürlich muss man fairerweise sagen das dies auch auf rücksicht auf den club nicht öffentlich laufen sollte.

Offline Punko

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Re: Wohin steuert der effzeh?
« Antwort #436 am: Mittwoch, 31.Jan.2018, 12:16:03 »
Offensichtliche Probleme des Ex-Sportchefs auf dem Transfermarkt und mit der Transferpolitik.

https://www.onefootball.com/de/news/modeste-zum-bvb-stoeger-legte-sein-veto-ein-de-18773431?variable=20180131&utm_medium=onefootball&utm_source=Copy&_branch_match_id=487202357993464367

Anscheinend Probleme des Ex-Cheftrainers mit der Mannschaft.
Brüder und Schwestern sind natürliche Feinde. Wie Gladbacher und Kölner! Oder Leverkusener und Kölner! Oder Düsseldorfer und Kölner! Oder Kölner und andere Kölner! Verdammte Kölner! Die haben Köln ruiniert!

14.01. - 12.05.: Highway To Second Bundesliga! https://www.youtube.com/watch?v=SgLy-6yj1Ws