Autor Thema: Der FC und China  (Gelesen 27645 mal)

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Online mutierterGeißbock

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Re: Der FC und China
« Antwort #180 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 09:37:16 »
Jede ernsthafte Zusammenarbeit beruht auf Gegenseitigkeit. Man sollte sich z.B. nicht verbieten lassen über bestimmte Themen zu reden.
Das mag in anderen Bereichen so sein. Im Fußball beruht diese Zusammenarbeit aber einfach nur darauf, dass sich ein Staatsunternehmen mit zweifelhaftem Ruf das Image aufpoliert und ein Fußballunternehmen jede Menge Geld dafür bekommt. Die Vereine haben doch überhaupt kein Interesse daran über die Zustände in Katar oder China zu reden. Weil es die Fans und die Öffentlichkeit in der Regel auch kein bisschen interessiert, bis auf die paar Ultras juckt das beim FC Bayern keinen Schwanz. Dem Alois Sckicklgruber aus Bad Tölz ist es schlicht und einfach völlig egal wo die Kohle für Chammes Rodriguez her kommt.
Und das würde bei uns kein bisschen anders laufen.

Offline Kopfschmerztablette

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Re: Der FC und China
« Antwort #181 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 09:46:03 »
ist ja ne tolle partnerschaft, wenn man die nach einem jahr wieder beendet.
was hat der FC sich denn davon versprochen???


und was sollen solche partnerschaften?
will der FC denen erklärten, wie man fußball spielt? wie man flankt??? wie man paßgenau zum keeper zurückspielt?



Poldi hat dazu mal ein Interview gegebene wie es in Japan ist. Dass er viel seines Know-How weitergibt, weil vieles nicht professionell ist. Ich glaube also schon, dass der FC "Wissen" weitergeben kann - und wenn es auch organisatorischer Ebene ist.

Offline Punko

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Re: Der FC und China
« Antwort #182 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 09:46:39 »
Verbieten lassen muss man sich nix. Man muss einfach nur Selbstzensur betreiben und bestimmte Dinge nicht ansprechen, sonst gibt es keine Kohle.
Brüder und Schwestern sind natürliche Feinde. Wie Gladbacher und Kölner! Oder Leverkusener und Kölner! Oder Düsseldorfer und Kölner! Oder Kölner und andere Kölner! Verdammte Kölner! Die haben Köln ruiniert!

Offline J_Cologne

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Re: Der FC und China
« Antwort #183 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 12:30:45 »
Welche Schritte weg vom totalitären Staat hat China denn seit 1989 gemacht?

warst du schon mal in China? Kennst du dich mit der 35.000 jährigen Geschichte und Tradiotion aus? Nein?! Dann Klappe!!!1ELF!!
ach, löst den ganzen Bums einfach auf

Offline Mr. Mamosa

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Re: Der FC und China
« Antwort #184 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 13:11:15 »
Ein Beispiel:
1989 war es, ähnlich wie in Ost-Deutschland, sehr schwierig für Chinesen ihr Land überhaupt zu verlassen. Die große Menge der chinesischen Studenten weltweit zeigt dass sich da etwas geändert hat. Die Öffnung für wirtschaftliche Zwecke hat eben auch die Tür für andere Dinge geöffnet.

Auf niedrigeren Ebenen z.B. ist es sehr schwierig geworden willkürlich zu regieren weil das Volk sich jetzt nicht mehr alles gefallen lässt. Kommen abe Anweisungen von ganz oben ist wieder eine andere Sache.

Ein "Problem" das ich sehe ist aber auch die Tendenz der Chinesen, sich auch im Ausland in ihrer eigenen Kultur zu verschließen. Als ich einen chinesischen Freund seine Meinung über den Athletik-Trainer Ma Junren fragte wusste er gar nicht über die Dopinganschuldigungen - die waren auf der chinesischen Wikipedia-Seite gar nicht aufgelistet. Und mein Freund spricht fließend Deutsch, ist Informatiker in Baden-Würtemberg, seit 15 jahren in Deutschland.

Die von dir angesprochenen Punkte " eingeschränkte Reisefreiheit" (als Einschränkung von Bürgerrechten zu verstehen) und "politische Willkür" sind aber keine Merkmale, die nur in totalitären Systemen zu finden sind, sondern in allen Autokratien, als Bestandteil ihres Repressionsmechanismus.
Definierende Merkmale für totalitäre Systeme sind das Vorhandensein einer umfassenden Ideologie, die den öffentlichen und privaten Lebensraum bestimmt, eine Massenpartei, die die politische Macht in sich konzentiert, ein Repressionssystem, welches nicht nur Bürger- und Menschenrechte einschränkt sondern auch physische Gewalt gegenüber Oppositionellen und Bevölkerung ausübt, ein staatliches Monopol auf Massenkommunikation, ein staatliches Monopol auf (militärische) Waffen und eine vom Staat kontrollierte Wirtschaft.

Ich sehe all diese Merkmale für China erfüllt und ich würde nicht behaupten, dass China seit der 80er Jahren weniger totalitär geworden ist. Mit der Einführung von Sesame Credit (dessen Verwendung ab 2020 für jeden Bürger verpflichtend wird) würde ich sogar sagen, dass China nochmal totalitärer geworden ist, da hierdurch eine pro-chinesische Ideologie praktisch von jedem Bürger erzwungen werden kann.
Ungeachtet der zum Teil vollzogenen wirtschaftlichen Öffnung, ist die chinesische Wirtschaft immer noch staatlich kontrolliert. Diese partielle wirtschaftliche Öffnung musste zudem vollzogen werden, um Wachstum zu generieren, was für die KP lange Zeit die Hauptlegitimationsquelle war. Auch die von dir angesprochenen chinesischen Studenten sind für mich kein Merkmal einer kulturellen Öffnung, sondern nur eine Form von "Know-How"-Aneignung, wie man es schon aus den Joint-Ventures kennt, die westliche Firmen mit chinesischen Firmen eingehen müssen, wollen sie in China produzieren. Noch sind die chinesischen Universitäten nicht gut genug, um ausschließlich dort die eigene Elite auszubilden, daher greift man auf westliche Universitäten zurück. Wenn ich so auf meine eigene Studentenzeit zurückblicke, dann kann ich auch nicht sagen, dass zwischen chinesischen Studenten und anderen Studenten irgendein Austausch stattgefunden hätte. Erstere verbrachten eigentlich immer in ihrer eigenen Blase, wenn ich mal mit einem chinesischen Student ins Gespräch kam, dann war das die absolute Ausnahme. Darüber hinaus habe ich auch nie einen chinesischen Studenten in geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fächern gesehen, die waren eigentlich nur in den MINT-Fächern eingeschrieben. Also, ich würde in die hohe Zahl im Ausland chinesischer Studierender nicht zu viel hineininterpretieren. Für mich persönlich ist es eher ein Indiz, dass China vor einer weiteren wirtschaftlichen Transformation steht, von einer durch Massenproduktion und billigen Arbeitskräften geprägten Industriewirtschaft zu einer wissensintensiven Dienstleistungs- und Industriewirtschaft.

Auch der von dir angesprochene Punkt der Bekämpfung politischen Willkür auf kommunaler Ebene ist mitnichten ein Indiz dafür, dass China weniger totalitär wird. Es ist vielmehr eine Maßnahme der KP, sich gegenüber der Bevölkerung zu legitimieren. Eine relativ simple und wirksame Möglichkeit, dies zu erreichen, ist Korruptionsbekämpfung auf den niedrigeren Verwaltungsebenen. Niedrige Beamte, die es ein wenig zu bunt treiben, werden herausgefischt, öffentlichkeitswirksam bestraft und die politische Elite kann sich dann hinstellen und sagen "Seht her, wir tun etwas gegen Korruption und Misswirtschaft." Dadurch kann eben jene Elite von sich ablenken und weiter am großen Rad drehen. Übrigens ist jedes autokratische Regime dazu angehalten, sich gegenüber seiner Bevölkerung zu legitimieren, möchte es dauerhaft bestehen. Das ein Regime es schafft, Dauerhaft seine Legitimität zu erneuern, spricht sogar eher für die Stabilität des Regimes und weniger für dessen Zerfall und das chinesische Regime versteht es wirklich meisterlich, sich gegenüber seiner Bevölkerung zu legitimieren. Was passiert, wenn es Regimen übrigens nicht gelingt, sich gegenüber der Bevölkerung zu legitimieren, hat man jüngst am Arabischen Frühling gesehen.

Offline globobock77

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Re: Der FC und China
« Antwort #185 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 13:36:08 »
Die von dir angesprochenen Punkte " eingeschränkte Reisefreiheit" (als Einschränkung von Bürgerrechten zu verstehen) und "politische Willkür" sind aber keine Merkmale, die nur in totalitären Systemen zu finden sind, sondern in allen Autokratien, als Bestandteil ihres Repressionsmechanismus.
Definierende Merkmale für totalitäre Systeme sind das Vorhandensein einer umfassenden Ideologie, die den öffentlichen und privaten Lebensraum bestimmt, eine Massenpartei, die die politische Macht in sich konzentiert, ein Repressionssystem, welches nicht nur Bürger- und Menschenrechte einschränkt sondern auch physische Gewalt gegenüber Oppositionellen und Bevölkerung ausübt, ein staatliches Monopol auf Massenkommunikation, ein staatliches Monopol auf (militärische) Waffen und eine vom Staat kontrollierte Wirtschaft.

Ich sehe all diese Merkmale für China erfüllt und ich würde nicht behaupten, dass China seit der 80er Jahren weniger totalitär geworden ist. Mit der Einführung von Sesame Credit (dessen Verwendung ab 2020 für jeden Bürger verpflichtend wird) würde ich sogar sagen, dass China nochmal totalitärer geworden ist, da hierdurch eine pro-chinesische Ideologie praktisch von jedem Bürger erzwungen werden kann.
Ungeachtet der zum Teil vollzogenen wirtschaftlichen Öffnung, ist die chinesische Wirtschaft immer noch staatlich kontrolliert. Diese partielle wirtschaftliche Öffnung musste zudem vollzogen werden, um Wachstum zu generieren, was für die KP lange Zeit die Hauptlegitimationsquelle war. Auch die von dir angesprochenen chinesischen Studenten sind für mich kein Merkmal einer kulturellen Öffnung, sondern nur eine Form von "Know-How"-Aneignung, wie man es schon aus den Joint-Ventures kennt, die westliche Firmen mit chinesischen Firmen eingehen müssen, wollen sie in China produzieren. Noch sind die chinesischen Universitäten nicht gut genug, um ausschließlich dort die eigene Elite auszubilden, daher greift man auf westliche Universitäten zurück. Wenn ich so auf meine eigene Studentenzeit zurückblicke, dann kann ich auch nicht sagen, dass zwischen chinesischen Studenten und anderen Studenten irgendein Austausch stattgefunden hätte. Erstere verbrachten eigentlich immer in ihrer eigenen Blase, wenn ich mal mit einem chinesischen Student ins Gespräch kam, dann war das die absolute Ausnahme. Darüber hinaus habe ich auch nie einen chinesischen Studenten in geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fächern gesehen, die waren eigentlich nur in den MINT-Fächern eingeschrieben. Also, ich würde in die hohe Zahl im Ausland chinesischer Studierender nicht zu viel hineininterpretieren. Für mich persönlich ist es eher ein Indiz, dass China vor einer weiteren wirtschaftlichen Transformation steht, von einer durch Massenproduktion und billigen Arbeitskräften geprägten Industriewirtschaft zu einer wissensintensiven Dienstleistungs- und Industriewirtschaft.

Auch der von dir angesprochene Punkt der Bekämpfung politischen Willkür auf kommunaler Ebene ist mitnichten ein Indiz dafür, dass China weniger totalitär wird. Es ist vielmehr eine Maßnahme der KP, sich gegenüber der Bevölkerung zu legitimieren. Eine relativ simple und wirksame Möglichkeit, dies zu erreichen, ist Korruptionsbekämpfung auf den niedrigeren Verwaltungsebenen. Niedrige Beamte, die es ein wenig zu bunt treiben, werden herausgefischt, öffentlichkeitswirksam bestraft und die politische Elite kann sich dann hinstellen und sagen "Seht her, wir tun etwas gegen Korruption und Misswirtschaft." Dadurch kann eben jene Elite von sich ablenken und weiter am großen Rad drehen. Übrigens ist jedes autokratische Regime dazu angehalten, sich gegenüber seiner Bevölkerung zu legitimieren, möchte es dauerhaft bestehen. Das ein Regime es schafft, Dauerhaft seine Legitimität zu erneuern, spricht sogar eher für die Stabilität des Regimes und weniger für dessen Zerfall und das chinesische Regime versteht es wirklich meisterlich, sich gegenüber seiner Bevölkerung zu legitimieren. Was passiert, wenn es Regimen übrigens nicht gelingt, sich gegenüber der Bevölkerung zu legitimieren, hat man jüngst am Arabischen Frühling gesehen.

Ich kann Dir ja nicht mal widersprechen da Du in allen Punkten recht hast.
Die Regierung bzw. die KP hat keinerlei Intentionen ihre Macht abzugeben. Es ist aber der Masse der aufgeklärten Bürger in China geschuldet, die durch den unvermeidbaren erhöhten Informationsaustausch im Internetzeitalter zu stande gekommen ist, dass sich die Gesellschaft da verändert. langsamer als es uns und vielen lieb ist, aber dennoch ist da Bewegung und es ist unaufhaltsam, außer die Regierung bzw. Militär benutzt massige Gewalt um das Rad zurück zu drehen oder aufzuhalten wie es in Nordkorea oder Myanmar der Fall ist.

In diesem Sinne sehe ich den Kapitalismus als Sieger des kalten Krieges, überspitzt ausgedrückt.

Ein ähnlicher Staat wie China ist ja Vietnam.
Hei, unless we forget - noch vor nicht langer Zeit war SÜDKOREA ein totalitärer Militärstaat. Aber halt auf der Seite der Guten. So demokratisch sie jetzt sind, Totalitärismus kann man auch da noch finden.

Die Frage wie man mit diesen Ländern umgehen soll ist eine große. Man muss zwischen der Regierung/dem Staat und der Bevölkerung unterscheiden. Wie dem immer so ist bei wirtschaftlich aufstrebenden Gesellschaften beschäftigt die Frage des Zivilrechts die Chinesen noch zweitrangig. Erstmal wollen sie ihren Wohlstandsrückstand zur westlichen Welt aufholen. Ich rede hier nicht von den Yuppies in Shanghai oder Shen Zhen, sondern von den Millionen Leuten die erst jetzt Zugriff auf fließendes Wasser, Strom, etc. bekommen. Und solange es ihnen in dieser Hinsicht besser geht ertragen sie die KP als notwendiges Übel.

Die KP hat natürlich Angst vor der Bevölkerung (siehe arabischer Frühling). Deshalb die Grundgesetzänderung von Jian Ping (oder wie der heisst).

Meine Meinung (als nicht-chinesischer Europäer, um es mal klar zu stellen :)): Isolierung bringt nichts. Siehe auch Kuba. Oder Iran. Jetzt schon haben die Chinesen Afrika wirtschaftlich kolonisiert.
Nur muss man halt geschickt und mit Rückgrat mit denen zusammenarbeiten.

Oder anders gefragt: Wie seht ihr den die Investitionen von VW, Siemens, BMW, Mercedes, Bosch etc. in China? Alles moralisch verwerflich? Oder eine Win-win Zusammenarbeit, die beide Länder wirtschaftlich hilft und zugleich das Land zusätzlich zwingt sich zu öffnen?

Offline Mr. Mamosa

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Re: Der FC und China
« Antwort #186 am: Donnerstag, 12.Apr.2018, 14:14:44 »
Ich kann Dir ja nicht mal widersprechen da Du in allen Punkten recht hast.
Die Regierung bzw. die KP hat keinerlei Intentionen ihre Macht abzugeben. Es ist aber der Masse der aufgeklärten Bürger in China geschuldet, die durch den unvermeidbaren erhöhten Informationsaustausch im Internetzeitalter zu stande gekommen ist, dass sich die Gesellschaft da verändert. langsamer als es uns und vielen lieb ist, aber dennoch ist da Bewegung und es ist unaufhaltsam, außer die Regierung bzw. Militär benutzt massige Gewalt um das Rad zurück zu drehen oder aufzuhalten wie es in Nordkorea oder Myanmar der Fall ist.

In diesem Sinne sehe ich den Kapitalismus als Sieger des kalten Krieges, überspitzt ausgedrückt.

Ein ähnlicher Staat wie China ist ja Vietnam.
Hei, unless we forget - noch vor nicht langer Zeit war SÜDKOREA ein totalitärer Militärstaat. Aber halt auf der Seite der Guten. So demokratisch sie jetzt sind, Totalitärismus kann man auch da noch finden.

Die Frage wie man mit diesen Ländern umgehen soll ist eine große. Man muss zwischen der Regierung/dem Staat und der Bevölkerung unterscheiden. Wie dem immer so ist bei wirtschaftlich aufstrebenden Gesellschaften beschäftigt die Frage des Zivilrechts die Chinesen noch zweitrangig. Erstmal wollen sie ihren Wohlstandsrückstand zur westlichen Welt aufholen. Ich rede hier nicht von den Yuppies in Shanghai oder Shen Zhen, sondern von den Millionen Leuten die erst jetzt Zugriff auf fließendes Wasser, Strom, etc. bekommen. Und solange es ihnen in dieser Hinsicht besser geht ertragen sie die KP als notwendiges Übel.

Die KP hat natürlich Angst vor der Bevölkerung (siehe arabischer Frühling). Deshalb die Grundgesetzänderung von Jian Ping (oder wie der heisst).

Meine Meinung (als nicht-chinesischer Europäer, um es mal klar zu stellen :) ): Isolierung bringt nichts. Siehe auch Kuba. Oder Iran. Jetzt schon haben die Chinesen Afrika wirtschaftlich kolonisiert.
Nur muss man halt geschickt und mit Rückgrat mit denen zusammenarbeiten.

Oder anders gefragt: Wie seht ihr den die Investitionen von VW, Siemens, BMW, Mercedes, Bosch etc. in China? Alles moralisch verwerflich? Oder eine Win-win Zusammenarbeit, die beide Länder wirtschaftlich hilft und zugleich das Land zusätzlich zwingt sich zu öffnen?

Ich kann deine Argumente nachvollziehen, ich teile deinen Demokratisierungsoptimismus allerdings nicht. Ja, es gab immer mal wieder Demokratisierungswellen, wo die Transition von einem autokratischen zu einem demokratischen Regime vollzogen wurde. Die letzte Demokratisierungswelle fand aber bereits in den 70er und 80er Jahren statt und liegt damit auch schon ein paar Jährchen zurück (den Arabischen Frühling sehe ich nicht als Demokratisierungswelle an, außer Tunesien ist kein Land freier geworden). Seit der Finanzkrise 2008 ist eher eine rückläufige Bewegung vom demokratischen hin zum autokratischen Regime zu beobachten, am prominentesten derzeit die Türkei, aber mit Polen und Ungarn auch direkt vor unsere Haustür. Letztere sind natürlich noch keine vollwertigen Autokratien, ich würde noch nichtmal sagen Hybridregime, aber das Bewegungsmomentum deutet derzeit eher in Richtung Einschränkung von Freiheiten und Autokratie, als hin zu Demokratie. In allen Ländern Europas übrigens, nicht nur bei Polen und Ungarn. Was ich damit sagen will: Wenn selbst Europa, die Wiege der Demoktratie, nicht gefeit ist vor autokratischen Tendenzen, dann kann man es nicht als Selbstverständlichkeit ansehen, dass der Rest der Welt sich irgendwann automatisch von einer Autokratie hin zu einer Demokratie entwickelt. Daran ändern auch moderne Kommunikationsmittel, wie das Internet nichts, da es genauso zensiert werden kann, wie "konventionelle" Massenmedien, wie Print und TV. Sesame Credit ist zudem ein eindrückliches Beispiel dafür, wie Social Media sogar zur Stabilisierung autokratischer Regime durch eine Bottom-Up-Repression eingesetzt werden können.

Ich sehe in China auch keine "aufgeklärte Masse", die für demokratische Freiheiten eintritt, vielmehr sind das kleine Interessensgruppen, die für was anderes einstehen, als das, was das Regime vertritt. Haben wir hier in Deutschland mit AfD und NPD ja auch, nur auf der anderen Seite des Spektrums. Solche Querschläger gibt es überall. Solange es wirtschaftlich läuft - und da stimme ich dir zu - wird die Massenbevölkerung nicht gegenüber der KP opponieren. Ich halte die KP aber für geschickt genug, weitere Legitimationsquellen zu erschließen. Und selbst wenn die KP es irgendwann in den Sand setzt, ist nicht gesagt, dass China tatsächlich demokratisch wird.

Offline märkel

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Re: Der FC und China
« Antwort #187 am: Samstag, 28.Apr.2018, 00:15:11 »


Oder anders gefragt: Wie seht ihr den die Investitionen von VW, Siemens, BMW, Mercedes, Bosch etc. in China? Alles moralisch verwerflich? Oder eine Win-win Zusammenarbeit, die beide Länder wirtschaftlich hilft und zugleich das Land zusätzlich zwingt sich zu öffnen?
eindeutig: moralisch verwerflich. wenn das überhaupt eine kategorie ist, in der man industrieunternehmen bewerten kann, noch dazu einige der korruptesten (bzw. korruption aktiv unterstützenden) überhaupt.
bezüglich der win-win situation sollte man sich keinen illusionen hingeben. der chinesischen seite geht es ausschließlich um überbrückung, bis der wissenstransfer ausreichend war, um selber zu übernehmen. es geht ihr auch weder darum, irgendwelche zivilen standards von uns zu übernehmen, noch überhaupt um „uns“. bemerkenswert, wie wir europäer uns verhältnismäßig nahe stehende länder mit einigen defiziten (z.b. die türkei bevor erdogan irre wurde) am langen arm verhungern lassen, während wir eine top5-diktatur heftigst umarmen.

um zum thema zurückzukommen: ich traue spinner und wehrle in bezug auf china keinen meter und halte jede wette, dass dieser in naher zukunft mit einem geldgeber von dort ankommen wird. verkauft wird der dann wahrscheinlich als „sponsor“, womit spinner dann ja auf der jhv die pure wahrheit gesagt haben wird.
die mehrheit wird das unter verweis auf „wäre denn gazprom besser gewesen“ schön brav schlucken, und wer dagegen muckt, tut dies nur um die gelegenheit zu nutzen, sich selber in eine bessere position zu bringen.
Die Mutter des Schwachkopfs ist ständig schwanger.

Offline facepalm

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Offline märkel

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Re: Der FC und China
« Antwort #189 am: Samstag, 28.Apr.2018, 13:26:01 »
tja, der fc - digital innovator der branche. analog leider in den sechziger jahren hängengeblieben.
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Offline I.Ronnie

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Re: Der FC und China
« Antwort #190 am: Samstag, 28.Apr.2018, 13:34:24 »
Ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich das lese. So verramscht man die Seele eines Clubs und bekommt dafür eine Marke.
Da nich für!

Offline Punko

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Re: Der FC und China
« Antwort #191 am: Samstag, 28.Apr.2018, 13:37:22 »
https://twitter.com/webnetz/status/990183932153999360

Er könnte Japan oder Südkorea vorschieben, aber andererseits ist es gut, dass er China als Beispiel aufführt.
Brüder und Schwestern sind natürliche Feinde. Wie Gladbacher und Kölner! Oder Leverkusener und Kölner! Oder Düsseldorfer und Kölner! Oder Kölner und andere Kölner! Verdammte Kölner! Die haben Köln ruiniert!

Offline Litti10

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Re: Der FC und China
« Antwort #192 am: Samstag, 28.Apr.2018, 13:39:01 »
Ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich das lese. So verramscht man die Seele eines Clubs und bekommt dafür eine Marke.


Zum Glück interessiert sich kein Schwein in China für den Fc, von daher erachte ich die Gefahr als überschaubar

Offline der 8. Tag

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Re: Der FC und China
« Antwort #193 am: Donnerstag, 03.Mai.2018, 12:47:07 »
Der HSV profitierte ordentlich von der Kooperation mit Shanghai (ca. € 5 Mio. für 2 Jahre > Shanghai aktueller Tabellenführer).
Schalke geht aktuell eine Kooperation für € 10 Mio. über 5 Jahre ein.
https://www.sponsors.de/fc-schalke-04-schliesst-langfristige-china-kooperation

Und "unser" "strategischer Partner" (also der Club vom Ex-Ujah, bei dem Jakobs Wehrle die damals und bis heute? einzigen validen Kontakte nach China erschloss) dümpelt mittlerweile im Mittelfeld der 2. Liga herum. - Hat unser FC eigentlich tatsächlich etwas von den irgendwann einmal kolportierten € 500 T gesehen?
- Wenn ja, wird diese Summe in der Bilanz des bald abgeschlossenen Geschäftsjahres ausgewiesen / erkennbar sein?
- Vor weniger als einem Jahr hieß es auch noch, dass unser FC vor Ort ein Leistungszentrum mit aufbauen würde. Gibt es Kenntnisse, wie da eigentlich der Status ist oder hat das "Projekt" mit dem beiderseitigen Abstieg ohnehin für den Moment sein Ende gefunden und Britta Heidemann wird / soll neue Partner und Wege erschließen?
I love the fact that for ninety minutes in a rectangular piece of grass, people can forget - hopefully - whatever might be going on in their life and rejoice in this communal celebration of humanity.
http://www.youtube.com/watch?v=W1wKPLCWApQ

Offline märkel

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Re: Der FC und China
« Antwort #194 am: Donnerstag, 03.Mai.2018, 13:40:18 »
ja, wir eröffnen bald eine fecht-abteilung in china.
Die Mutter des Schwachkopfs ist ständig schwanger.

Offline facepalm

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Re: Der FC und China
« Antwort #195 am: Samstag, 05.Mai.2018, 07:59:19 »
Zitat

Die Allianz, die der 1. FC Köln mit dem FC Liaoning einging, soll zurzeit ausgesetzt sein - die Kölner hatten ebenfalls Nachwuchsbetreuer nach China geschickt und sich dies bezahlen lassen.

http://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-bundesliga-schalke-hilft-china-1.3966314
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Offline THC-Ben

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Re: Der FC und China
« Antwort #196 am: Donnerstag, 10.Mai.2018, 13:33:30 »
ja, wir eröffnen bald eine fecht-abteilung in china.
Aber zuerst gibt es nen FC Fanshop in Zypern
Komm hör up, erzähl mir nix ihr sullt' arbigge un nit da rumstünn wie bestellt un nit afjehollt!

Du kannst mir vill verzelle wenn der tach lang is - is wat der imperator immer säht: Nit kläckern, klotzen!

Dat sieht mir aber ja nit so us, wer suffe kann, der kann uch arbigge - oder wat

Offline TT

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Re: Der FC und China
« Antwort #197 am: Donnerstag, 10.Mai.2018, 22:52:55 »
 Zu den Thema mal den Rasenfunk Tribünengespräch mit Mathias Sammer und Jan Henkel hören. Sammer sagt sowas wie 'die Vereine machen sich Gedanken ums expandieren, vergessen aber die sportliche Kompetenz'.

Offline Punko

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Offline veedelbock

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Re: Der FC und China
« Antwort #199 am: Mittwoch, 19.Sep.2018, 15:07:06 »
So sieht also die Traumwelt des Werner S. aus.

Wie Deutschland und China im Fußball Milliarden machen

Das erklärt vielleicht auch seine Affinität für die deutschen Plastikclubs.  :kotz:
"Man kommt vom FC nicht mehr los, wenn man einmal in Köln war. Der FC macht süchtig." (Lukas Podolski)

Offline TT

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Re: Der FC und China
« Antwort #200 am: Donnerstag, 20.Sep.2018, 00:32:28 »
Link geht ins Leere

Offline FC Karre

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Re: Der FC und China
« Antwort #201 am: Donnerstag, 20.Sep.2018, 00:33:23 »
Link geht ins Leere


bei mir funktioniert er.

Offline Punko

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Re: Der FC und China
« Antwort #202 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 17:58:51 »
Aus dem Wehrle-Thread.

https://www.express.de/sport/fussball/1--fc-koeln/fc-und-seine-china-plaene-neuer-anlauf-im-reich-der-mitte-31505694

Was ist aus der Kooperation mit dem Liaoning FC geworden? Weiß da jemand, ob die noch läuft, ob die ruht oder ob die beendet ist?
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Offline facepalm

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Re: Der FC und China
« Antwort #203 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:04:20 »
wohl ohne irgendeine mitteilung beendet.
face-palm

Online koelner

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Re: Der FC und China
« Antwort #204 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:08:11 »
Bzw. Eingeschlafen
Ich habe mit diesem Posting nichts zu tun, ich bin nicht Verfahrensbeteiligter!!!

Offline Punko

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Re: Der FC und China
« Antwort #205 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:10:38 »
Eingeschlafene kann man aufwecken.  :?
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Offline MG56

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Re: Der FC und China
« Antwort #206 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:12:34 »
Aus dem Wehrle-Thread.

Was ist aus der Kooperation mit dem Liaoning FC geworden? Weiß da jemand, ob die noch läuft, ob die ruht oder ob die beendet ist?

Verbunden durch parallelen Abstieg.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung ?

Offline facepalm

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Re: Der FC und China
« Antwort #207 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:29:38 »
kann ich mir nicht vorstellen das der fc einen partner sucht und den nächsten gleich mitaufweckt  :D
liniang ist abgestiegen und damit unter unserer würde, jetzt soll es die ganz große nummer werden. das madrid des ostens.
face-palm

Offline Punko

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Re: Der FC und China
« Antwort #208 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:37:08 »
Wenn es nach Vorstellungen geht, kann ich mir Kooperationen mit Liaoning UND Peking vorstellen, solange der FC nicht sagt, dass Liaoning beendet ist.
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Offline MG56

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Re: Der FC und China
« Antwort #209 am: Sonntag, 28.Okt.2018, 18:44:02 »
Das Besitzer-Konsortium des Hauptstadt-Klubs kann übrigens auch Stadien bauen. :angel:
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung ?